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Pärchen sitzt auf der Couch vor Taschenrechner und Laptop und bespricht Finanzen.

Kreditwürdigkeit und Bonität

Ob Privatkredit, Leasing oder Kauf auf Rechnung: Wer eine finanzielle Verpflichtung eingeht, wird häufig auf seine Bonität geprüft. Dabei soll eingeschätzt werden, wie wahrscheinlich es ist, dass Rechnungen und Kreditraten zuverlässig bezahlt werden.

Doch was bedeutet eine gute oder schlechte Bonität eigentlich? Und woher stammen die Informationen, auf denen solche Bewertungen beruhen?

Was bedeutet Bonität?

Bonität beschreibt die Einschätzung, wie zuverlässig eine Person ihren finanziellen Verpflichtungen nachkommen kann und voraussichtlich nachkommen wird.

Ein Kreditgeber möchte also wissen: Wie hoch ist das Risiko, dass vereinbarte Zahlungen nicht oder verspätet geleistet werden?

Dabei gibt es in der Schweiz nicht den einen allgemeingültigen Bonitätsscore. Unterschiedliche Banken, Kreditgeber und Auskunfteien können unterschiedliche Informationen und Bewertungsverfahren verwenden. Die von ZEK und IKO verwendeten Codes sind beispielsweise keine Schulnoten von „sehr gut“ bis „schlecht“, sondern liefern Informationen zu bestehenden oder vergangenen Kreditverhältnissen.

Kreditwürdigkeit und Bonität sind nicht dasselbe

Im Alltag werden Bonität und Kreditwürdigkeit häufig gleichbedeutend verwendet.

Mit Kreditwürdigkeit ist grundsätzlich gemeint, wie zuverlässig eine Person aus Sicht eines Kreditgebers ihre Verpflichtungen erfüllen dürfte. Bonität ist die entsprechende Beurteilung dieser Zahlungsfähigkeit und Zahlungszuverlässigkeit.

Wichtig ist die Abgrenzung zur Kreditfähigkeit. Diese beschreibt bei einem Kredit, ob die finanziellen Mittel überhaupt ausreichen, um die monatlichen Raten tragen zu können. Die bestehenden Inhalte von Kreditprofil unterscheiden deshalb zwischen einer Kreditfähigkeitsprüfung anhand von Einnahmen und Ausgaben und einer anschliessenden Beurteilung der Kreditwürdigkeit.

Bonität spielt nicht nur bei Krediten eine Rolle

Eine Bonitätsprüfung begegnet Ihnen möglicherweise häufiger, als Sie denken.

Eine ausreichende Bonität kann beispielsweise relevant sein, wenn Sie:

  • einen Privatkredit aufnehmen möchten
  • eine Kreditkarte beantragen
  • ein Fahrzeug leasen
  • auf Rechnung oder in Raten bezahlen
  • bestimmte Abonnemente abschliessen

Ein negativer Bonitätsscore kann solche Vertragsabschlüsse erschweren oder dazu führen, dass bestimmte Zahlungsarten nicht angeboten werden.

Bei einem Kredit kann die Bonität ausserdem die Konditionen beeinflussen. Je höher ein Kreditgeber das Ausfallrisiko einschätzt, desto weniger attraktiv können die angebotenen Konditionen sein.

Woher kommen die Informationen über Ihre Bonität?

Für die Bonitätsbeurteilung können unterschiedliche Informationsquellen herangezogen werden.

In der Schweiz spielen insbesondere die Zentralstelle für Kreditinformation (ZEK) und die Informationsstelle für Konsumkredit (IKO) eine wichtige Rolle. Die ZEK sammelt Informationen ihrer Mitglieder zu Kredit- und Leasinggeschäften. Die IKO stellt Kreditgebern Informationen zur Verfügung, die insbesondere im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Prüfung von Konsumkrediten relevant sind.

Daneben gibt es private Wirtschaftsauskunfteien wie beispielsweise CRIF oder Intrum. Sie können eigene Bonitätsbewertungen beziehungsweise Scorewerte erstellen. Dabei können Informationen über das bisherige Zahlungsverhalten berücksichtigt werden.

Das bedeutet auch: Es existiert nicht einfach ein einziger zentraler Score, der Ihre Bonität für alle Anbieter festlegt.

Was ist ein Bonitätsscore?

Ein Bonitätsscore versucht, das erwartete Zahlungsverhalten in einer Bewertung auszudrücken. Er soll einem Anbieter helfen einzuschätzen, wie wahrscheinlich es ist, dass eine Person ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommt.

Je nach Auskunftei unterscheiden sich die Skalen. Eine Bewertung bei einem Anbieter lässt sich deshalb nicht automatisch mit der Bewertung eines anderen vergleichen.

Auch eine neutrale Bewertung muss übrigens nicht zwingend bedeuten, dass etwas Negatives vorliegt. Bei privaten Auskunfteien kann eine neutrale Einstufung beispielsweise entstehen, wenn noch nicht genügend Informationen vorhanden sind, etwa bei Personen, die erst seit kurzer Zeit in der Schweiz leben.

Was kann sich negativ auf die Bonität auswirken?

Besonders problematisch sind Informationen, die auf Schwierigkeiten bei früheren Zahlungsverpflichtungen hinweisen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • verspätete oder ausstehende Zahlungen
  • Betreibungen
  • nicht zurückbezahlte Kredite
  • Zahlungsausfälle
  • problematische Verläufe bei Kredit- oder Kreditkartenverträgen

Auch die vorhandenen Inhalte von Kreditprofil zeigen, wie relevant das bisherige Zahlungsverhalten ist. Bei der ZEK können beispielsweise verspätete Zahlungen, Inkassomassnahmen oder Kreditverluste registriert werden.

Ein einzelner Faktor entscheidet allerdings nicht automatisch über jeden zukünftigen Vertrag. Anbieter können unterschiedliche Kriterien und eigene Risikomodelle verwenden.

Gute Bonität, trotzdem kein Kredit?

Eine gute Bonität bedeutet nicht automatisch, dass ein Kredit bewilligt wird. Bei einem Privatkredit muss zusätzlich geprüft werden, ob der gewünschte Kredit finanziell tragbar ist.

Wer beispielsweise zuverlässig bezahlt, aber bereits hohe monatliche Verpflichtungen hat, kann dennoch nicht genügend finanziellen Spielraum für einen zusätzlichen Kredit besitzen.

Genau deshalb betrachten Schweizer Banken bei der Kreditfähigkeitsprüfung unter anderem Einkommen, Wohnkosten, Lebenshaltungskosten sowie bestehende Kredite und Leasingverpflichtungen.

Kann ich meine eigene Bonität überprüfen?

Ja. Es kann sinnvoll sein, die über Sie gespeicherten Informationen gelegentlich zu kontrollieren. Eine Kontrolle kann insbesondere helfen, falsche oder nicht mehr aktuelle Angaben zu erkennen.

Wie lässt sich die Bonität verbessern?

Bonität lässt sich nicht von heute auf morgen verändern. Entscheidend ist vor allem ein langfristig zuverlässiges Zahlungsverhalten.

Das ist hilfreich:

  • Rechnungen und Kreditraten fristgerecht zu bezahlen
  • bestehende Verpflichtungen im Blick zu behalten
  • offene Forderungen möglichst zu begleichen
  • fehlerhafte Bonitätsdaten korrigieren zu lassen
  • unnötige Kreditanfragen zu vermeiden

Gerade die Kontrolle der gespeicherten Daten ist wichtig: Falsche oder nicht mehr aktuelle Angaben bei einer Auskunftei können eine Bewertung negativ beeinflussen und sollten deshalb korrigiert werden.

Bonität kennen, bevor sie wichtig wird

Viele Menschen beschäftigen sich erst mit ihrer Bonität, wenn ein Kredit, ein Leasing oder ein anderer Vertrag bereits abgelehnt wurde.

Sinnvoller ist es, vorher zu wissen, wie die eigene Ausgangslage aussieht. So können Sie mögliche Probleme frühzeitig erkennen und besser einschätzen, ob ein Kreditantrag momentan sinnvoll ist.

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